River-Watchdog - Pegelüberwachung im Lauterbach

Hochwasser ist im Ort Lauterbach immer wieder ein Thema und hat in der Vergangenheit bereits erhebliche Schäden verursacht.

Mit unserem Projekt „River-Watchdog" begegnen wir dem Hochwasserrisiko aktiv und leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherheit in unserem Dorf.


Was ist „River-Watchdog“?

„River-Watchdog" ist ein Projekt der Lauterbacher Bürgerwerkstatt, bei dem entlang des Lauterbaches Sensoren zur kontinuierlichen Pegelmessung installiert werden. Die erfassten Daten werden digital gesammelt und ausgewertet, um Veränderungen des Wasserstands frühzeitig zu erkennen.

Denn steigende Pegelstände können sehr schnell zu kritischen Situationen führen – oft noch bevor eine Gefahr mit bloßem Auge erkennbar ist. Durch die kontinuierliche Überwachung wollen wir:

• Hochwasserereignisse frühzeitig erkennen
• Risiken besser einschätzen
• Anwohner rechtzeitig informieren, bevor es zu spürbaren Auswirkungen kommt

Über unsere Webanwendung https://river-watchdog.lauterbacherdorfverein.de können aktuelle Pegelstände sowie mögliche Warnstufen jederzeit kostenlos und ohne Anmeldung abgerufen werden – am Computer ebenso wie auf dem Smartphone.


Was kann ich auf der Webseite sehen?

Kartenansicht: Alle aktiven Sensoren werden auf einer Karte angezeigt. Ein Klick auf einen Sensor zeigt den aktuellen Pegelstand.

Pegeldiagramme: Der zeitliche Verlauf des Wasserstands kann über verschiedene Zeiträume (Stunden, Tage, Wochen) betrachtet werden.

Farbige Statussymbole: Jeder Sensor zeigt auf einen Blick, ob der Pegel normal (grün), leicht erhöht (gelb), deutlich erhöht (orange) oder kritisch (rot) ist. Die Schwellenwerte sind für jeden Standort individuell eingestellt und orientieren sich an den örtlichen Gegebenheiten.


Wichtiger Hinweis

Die angezeigten Messwerte sind keine offiziellen Pegelstände! Sie dienen ausschließlich als zusätzliche Informationsquelle und ersetzen nicht die amtlichen Hochwassermeldedienste. Messfehler durch technische Defekte, Verschmutzung oder Übertragungsprobleme können jederzeit auftreten. Betrieb und Wartung erfolgen rein ehrenamtlich, wodurch eine absolut lückenlose Verfügbarkeit nicht garantiert werden kann.


Automatische Benachrichtigung (in Vorbereitung)

Zusätzlich zur Webseite arbeiten wir an einem automatischen Benachrichtigungssystem durch eine Anbindung an den Messenger-Dienst Telegram. Geplant ist: Sobald ein Sensor einen kritischen Schwellenwert überschreitet, wird automatisch eine Nachricht an eine Telegram-Gruppe gesendet, die alle Interessierten abonnieren können. Auch eine Entwarnung bei sinkendem Pegel soll gemeldet werden. Sobald die Funktion verfügbar ist, wird darüber informiert.


Wie kann ich das Projekt unterstützen?

River-Watchdog wird ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement und Spenden finanziert. Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende an den Lauterbacher Dorfverein e.V., z.B. per PayPal (Betreff: „River-Watchdog"). Jeder Beitrag hilft uns, die Sensorinfrastruktur zu erhalten und weiterzuentwickeln.


Weitere Fragen?

Auf unserer Webseite finden Sie eine ausführliche Sammlung häufig gestellter Fragen (FAQ) und Antworten rund um River-Watchdog. Von der Nutzung der Webseite über die Bedeutung der Messwerte bis hin zu technischen Hintergründen.

Bei weiteren Fragen erreichen Sie uns per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

 

Für Technikinteressierte: So funktioniert das System

Wer es genauer wissen möchte, findet hier weitere Details zur Technik hinter River-Watchdog.


Wie wird der Wasserstand gemessen?

Am Gewässerboden sind Drucksensoren installiert. Diese messen den Wasserdruck, aus dem sich die Wasserhöhe über dem Sensor berechnen lässt. Die Sensoren werden mit Batterien oder Solarzellen betrieben und senden alle 5 Minuten einen neuen Messwert.


Wie gelangen die Daten auf die Webseite?

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) – einer energiesparenden Funktechnologie, die speziell für die Übertragung kleiner Datenmengen über große Entfernungen entwickelt wurde.

Die Daten durchlaufen dabei folgende Stationen:

  1. Sensor → Gateway: Die Sensoren im Gewässer senden ihre Messwerte per Funk an eine Empfangsstation (Gateway) im Ort.
  2. Gateway → Netzwerkserver: Die Empfangsstation leitet die Daten über das Internet an einen ChirpStack-Netzwerkserver weiter, der die Daten entschlüsselt und aufbereitet.
  3. Netzwerkserver → Webserver: Der Netzwerkserver übergibt die aufbereiteten Messwerte an unseren Webserver, wo sie in einer Datenbank gespeichert werden.
  4. Webserver → Ihr Endgerät: Die Webanwendung zeigt Ihnen die gespeicherten Daten als Karte, Diagramme und Statusanzeigen an – auf Computer, Tablet oder Smartphone.

Vereinfachtes Schaubild der Systemarchitektur



Überwachung & Monitoring

Ein System wie River-Watchdog besteht aus vielen Komponenten wie Sensoren im Gewässer, Funkverbindungen, Netzwerkserver, Datenbank und Webanwendung. An jeder dieser Stellen können technische Störungen auftreten. Ein Sensor kann ausfallen, eine Funkverbindung kann unterbrochen sein, oder der Webserver kann nicht erreichbar sein.

Um solche Probleme schnell zu erkennen, ist eine automatische externe Überwachung eingerichtet. Ein unabhängiger Dienst prüft regelmäßig alle paar Minuten, ob das Gesamtsystem korrekt funktioniert. Dabei wird unter anderem geprüft:

  • Ist die Webanwendung erreichbar?
  • Liefern die Sensoren regelmäßig neue Messwerte?
  • Sind die Funkempfänger (Gateways) online?
  • Ist der Batteriestand der Sensoren ausreichend?

Wird ein Problem erkannt, werden die zuständigen Personen automatisch benachrichtigt, sodass eine Störung möglichst schnell behoben werden kann.

An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Hinter diesem Projekt stehen engagierte Bürger der Lauterbacher Bürgerwerkstatt, die ihre Freizeit investieren um dieses System zu ermöglichen. Wir können nicht immer unmittelbar auf Störungen reagieren, tun aber alles dafür, das Projekt stabil und ausfallfrei zu halten.

Offene Schnittstelle (API)

Die Messdaten von River-Watchdog stehen auch über eine offene Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung. Das bedeutet: Andere Anwendungen, Projekte oder Entwickler können die Pegeldaten automatisiert abrufen und weiterverwenden – beispielsweise für eigene Auswertungen, Visualisierungen oder Forschungszwecke.

Wenn Sie Interesse an der Nutzung der API haben oder mehr darüber erfahren möchten, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..